3 Jahre selbstständig: Ein Resümee

Heute vor drei Jahren habe ich mich hoch offiziell als „Neue Selbstständige“ angemeldet. Zum dritten Geburtstag von „evakla.at“ möchte ich erzählen, wie sich mein Business & ich in diesen drei Jahren entwickelt haben, was mich an der Selbstständigkeit herausfordert & wofür ich dankbar bin.

2020: Der mutige Schritt in die Selbstständigkeit in einer spannenden Zeit

Ich habe meine Selbstständigkeit 2020, unmittelbar vor dem 1. Lockdown, gestartet. Damals habe ich angefangen, Blog-Artikel für den WE CARE LIFE-Blog zu schreiben – eine wunderbare Möglichkeit, meine Liebe zum Schreiben mit meinem Interesse für Gesundheitsthemen zu verbinden.

3 Monate später, mitten in der „Corona-Krise“, habe ich dann meinen damaligen Teilzeit-Job gekündigt, um mich ganz auf meine Selbstständigkeit konzentrieren zu können. Von außen betrachtet war das Timing denkbar ungünstig. So viel Unsicherheit, so viel Chaos, so viele Zweifel aus meinem Umfeld: „Das kann nicht gut gehen!“, „Das ist ziemlich dumm!“, „Das solltest du jetzt echt nicht machen!“, „Warum genau jetzt? Warte doch noch ein bisschen ab!“, „Ausgerechnet jetzt einen sicheren Job aufzugeben… Das würde ich nicht machen.“ Aber in mir waren Ruhe und Klarheit. Ich wusste einfach, dass genau JETZT der Zeitpunkt für MICH richtig war. Und so wagte ich den Schritt in die volle Selbstständigkeit, mutig, unbeirrt & vielleicht auch ein bisschen naiv.

2020-21: Fortbildungen, Erkenntnisse & Standbeine

Um diese Zeit schloss ich auch meine Ausbildung zum Integrative Nutrition Health Coach ab und begann direkt, die ersten Klient:innen auf ihrer Reise zu ganzheitlicher Gesundheit zu begleiten. Einige Monate später kamen als drittes Standbein die Yoga-Kurse über die Volkshochschule dazu sowie ein weiterer Kunde, für den ich Blog-Artikel zu Gesundheitsthemen schrieb.

Gleichzeitig wurde der Ruf des Ritual-Kakaos, dem ich erstmalig in Mexiko begegnet war, immer lauter. Und so absolvierte ich 2021 das Kakao-Ritual-Training von Cacaoloves.me. Kurz darauf gab ich meine erste Kakao-Zeremonie – damals online, weil schon wieder Lockdown.

Ein weiterer wichtiger Teil meiner Reise war es, durch die Arbeit mit Coaching-Klient:innen & in meiner persönlichen Lebenserfahrung hautnah zu erleben: Körper, Geist & Seele gehören zusammen, beeinflussen & bedingen einander. Wir können uns noch so gut ernähren & reichlich bewegen – wenn wir uns nicht auch mit dem beschäftigen, was in unserem Kopf & mit unseren Emotionen passiert, werden wir trotzdem nicht gesund sein. Das wusste ich zwar theoretisch bereits, aber wirklich verstanden habe ich es erst, nachdem ich es zig-fach bei anderen beobachtet & am eigenen Körper erfahren hatte. Um diese Erkenntnisse auch in meine Arbeit einfließen lassen zu können, absolvierte ich 2021 die Ausbildung zur Dipl. Mental- und Achtsamkeitstrainerin sowie zur Dipl. Burnout-Präventionstrainerin in der Akademie sinnesschmiede.

2022: Persönliche Krise = berufliche Krise

Und dann kam 2022, das wohl herausforderndste Jahr meiner Selbstständigkeit. So ganz habe ich noch immer nicht verarbeitet, was in diesem letzten Jahr alles passiert ist. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir für den Großteil dieses Jahres alles andere als gut gegangen ist. Ich war körperlich am Ende & unendlich erschöpft, hatte fast täglich Schmerzen, deren Ursache mir bis heute niemand mit Sicherheit erklären kann.

Ich war dazu angehalten, tiefer zu tauchen, Zusammenhänge zu verstehen und den Problemen an den Grund zu gehen. Wieder wurde ich daran erinnert, dass körperliche Beschwerden nicht zwingend auf körperlicher Ebene behoben werden können. Aus meiner eigenen Verzweiflung heraus beschäftigte ich mich intensiv mit den Themen der Psychosomatik sowie der verschiedensten Bedeutungen von Stress & Trauma. Vor allem die Arbeit von Dr. Gabor Maté hat mich in diesem letzten Jahr stark beeinflusst. Auch habe ich erkannt, wie wichtig es ist, nicht allein durch schwere Zeiten zu gehen. Eine ganz besondere Stütze war für mich die schamanische Arbeit mit Kambo bei Catherine (Kambo Grace). Auch die So-Seins-Begleitung von Sascha, die Montag-Morgen-Meditationen von Carmen (Antara Atelier) sowie Kinesiologie bei Stefanie (Spirituelle Kinesiologie Graz) haben mir sehr gut getan. Danke an dieser Stelle an Euch für Eure Arbeit & Euer Sein! 🙏🏽

Neue Perspektiven & erweitertes Wissen

Natürlich haben all diese Erfahrungen & Schwierigkeiten auch meine Arbeit geprägt. Wie das in der Selbstständigkeit nun mal so ist, bedeutet eine persönliche Krise immer auch eine berufliche Krise. Ich bin mein Business. Wenn es mir nicht gut geht, läuft auch meine Arbeit nicht gut. Ehrlich gesagt war es unendlich mühsam, trotz meiner gesundheitlichen Beschwerden weiterzumachen. Mein Blick auf die Selbstständigkeit hat sich in diesem letzten Jahr verändert. Definitiv habe ich meine anfängliche Naivität verloren und erstmals auch die Herausforderungen gesehen. An manchen Tagen habe ich mir sogar gewünscht, einfach einen „normalen“ Job zu haben, durch den mein Einkommen gesichert ist & bei dem ich in Krankenstand gehen kann, wenn es mir nicht gut geht. Ich habe viel gezweifelt an diesem Weg, den ich eingeschlagen habe und mich gelegentlich gefragt, ob all die kritischen Stimmen zu Beginn nicht doch recht hatten.

Gleichzeitig haben sich durch diese schwierigen Erfahrungen aber auch wieder neue Perspektiven aufgetan. Inspiriert von meiner Krankheit habe ich meinen Wissenspool erweitert – mit Büchern und Kursen (u.a. „When the body says NO“ & „The Wisdom of Trauma“ von Dr. Gabor Maté, „Traumasensitives Yoga“ von Antonina Ramsey von inHarmonyPeople, „The Healing Trauma Course“ von Dr. Peter Levine).

Erfolge trotz Herausforderungen

Trotz all dieser (und zahlreicher weiterer) Herausforderungen war das vergangene Jahr die Zeit, in der ich mit den Kakao-Zeremonien so richtig durchgestartet bin: mit regelmäßigen Online-Zeremonien, zahlreichen Live-Events & neuen Kooperations-Partner:innen (herzlichen Dank an dieser Stelle an das CaoBali-Team & Daniel von Cura Sana Shop für Euren wunderbaren Kakao, an Carmen von Careful Movement, Zita von der Casa Ananda, Kerstin von beyondmorrow, Lisa vom Yogawald, & Nico von SOMOS Movement für die schönen Co-Kreationen 🙏🏽).

Auch hat sich ein jahrelanger Traum erfüllt und ich durfte – in wunderschöner Zusammenarbeit mit Carmen von Careful Movement – zwei gelungene Yoga-Retreats veranstalten.

Außerdem war 2022 auch das Jahr, in dem ich den Grundstein für den Kurs zum/zur Zert. Yoga-Mentaltrainer:in gelegt habe, der am 11. März in der Akademie sinnesschmiede startet. Rückblickend ist es unglaublich, was ich in diesem vergangenen Jahr geschafft habe, obwohl ich so oft das Gefühl hatte, morgens kaum aus dem Bett zu kommen.

3 Jahre evakla.at – ein Resümee

Jetzt ist mein kleines Business drei Jahre alt und ich fast 30. Und wir beide sind gespannt, was dieses Jahr bringt. Körperlich geht’s mir jetzt wieder ziemlich gut und ich freue mich auf die Projekte, die ich 2023 umsetzen darf. Den heutigen Tag möchte ich als Anlass nutzen, um hier ganz ehrlich Resümee zu ziehen und Dir zu erzählen, was mich an der Selbstständigkeit herausfordert & wofür ich dankbar bin.

Was mich an der Selbstständigkeit herausfordert

Die Selbstständigkeit wird ja oft als eierlegende Wollmilchsau dargestellt. Hier die große Überraschung: Das ist sie nicht! Man muss immer noch für sein Geld arbeiten, hat enorm viel Verantwortung und viel weniger frei, als es auf Social Media oft aussieht. Außerdem muss man mit sehr viel Risiko & Unsicherheit umgehen können.

Hier die Punkte, die mich in der Selbstständigkeit immer wieder herausfordern:

  • kein fixes Einkommen zu haben. Ich weiß tatsächlich nie, wann ich wie viel auf meinem Konto haben werde. Das macht es schwer, vorauszuplanen, vorzusorgen & zu investieren.
  • keinen bezahlten Urlaub & Krankenstand (bzw. erst nach 42 Tagen) zu haben. Das war mir bis zum vorigen Jahr nicht so richtig bewusst: Wenn ich nicht arbeiten kann, bekomme ich auch kein Geld. Das ist gerade im Krankheitsfall natürlich ein zusätzlicher Stressfaktor, der nicht unbedingt zur Genesung beiträgt. Ich werde mir jetzt aber eine Versicherung abschließen, von der ich Krankengeld bekommen würde, sollte ich es je wieder brauchen. Auf bezahlten Urlaub muss ich aber wohl weiterhin verzichten. Das ist das ewige Debakel: Zwar kann ich mir theoretisch jederzeit frei nehmen, allerdings muss ich dann entweder vor- oder nacharbeiten. „Urlaub“ ist also nicht wirklich Urlaub, sondern einfach eine Umschichtung des Work Loads.
  • so viele Entscheidungen treffen zu müssen. Die ganze Verantwortung zu tragen & alles allein entscheiden zu müssen, hat zwar definitiv auch seine Vorteile – ich merke aber auch, dass es sehr viel meiner mentalen Kapazität beansprucht & ich dafür in der Freizeit nich so entscheidungsfreudig bin.
  • mich immer wieder echt einsam in meiner Arbeit zu fühlen. Manchmal wünsche ich mir einfach Kolleg:innen, die mir an einem schlechten Tag gut zureden, mit denen ich Ideen austauschen und gemeinsam verwirklichen kann. Dank vermehrter Kooperationen habe ich das auch immer wieder, aber meinen Arbeitsalltag verbringe ich trotzdem vorwiegend alleine. Meistens genieße ich das auch, manchmal fühle ich mich aber auch einsam in meinem Tun.
  • kein 13. & 14. Gehalt zu bekommen. Ja, schon wieder ein Geldthema… Aber mal ganz ehrlich: Einfach so 2x im Jahr ein zusätzliches Gehalt zu erhalten, ist schon geil! Also falls Du in der glücklichen Lage bist, das zu bekommen: Genieße es! Und falls mir zufällig jemand zur Urlaubs- & Weihnachtszeit extra was überweisen mag, sehr gerne! 😅

Wofür ich dankbar bin

Zwar war die Reise bis hierher nicht immer einfach, aber trotzdem weiß ich, dass dieser Weg der richtige für mich ist. Heute bin ich unglaublich dankbar…

  • für alles, was ich bisher geschafft habe & für alles, was noch kommt.
  • für jede:n Einzelnen von Euch, die/der meine Angebote in Anspruch nimmt – ihr seid es, die diese Arbeit überhaupt ermöglichen!
  • für die vielen schönen Kooperationen & die Möglichkeit, mir auszusuchen, mit wem ich zusammenarbeite.
  • für das Umfeld von Fairness, Wertschätzung, Ehrlichkeit & Verständnis, in dem ich arbeiten darf – es ist schön, dass es einem Raum gibt, in dem Menschen respektvoll gemeinsam wirken & ich freue mich, dass sich dieser Raum immer weiter ausdehnen darf, bis er irgendwann zur Norm wird. ❤️
  • für alle, die mich unterstützen & ermutigen, die mir Kraft geben, wenn ich selbst grad keine habe.
  • für die Freiheit & Erfüllung, die meine Arbeit mir gibt.
  • für den Spiegel, der meine Selbstständigkeit ist, in dem ich mich immer wieder neu entdecken & kennenlernen kann.
  • für das wertvolle Wissen, das mir immer wieder geschenkt wird & die unglaublich kraftvollen Praktiken, die ihren Weg zu mir gefunden haben & die ich weitergeben darf.
  • für die vielen schönen Begegnungen & Veränderungen, die meine Arbeit mir ermöglicht.
  • für die Möglichkeit & den Mut, dem zu folgen, was mich ruft & mich immer wieder neu auszurichten.
  • für Dich & Deine Zeit, diese Zeilen zu lesen.

Danke, danke, danke.

Namasté,

Eure Eva 🙏🏽


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